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[27.08.2009] Prostata-OP mit nur einem Schnitt
(RP) Ärzte der Uniklinik Düsseldorf haben mit einem neuen Verfahren der schonenden \"Schlüsselloch-Technik\" eine Vorsteherdrüse entfernt. Bislang waren fünf Zugänge üblich. Dieser weltweit erste Versuch gelang nun mit nur einem zwei Zentimeter langen Schnitt. Düsseldorf. Als
Horst Schmelzus die Prostata entfernt bekam, konnte er nachmittags schon wieder
über das Klinik-Gelände spazieren. \"Ich habe keine Schmerzen\", erzählt der
72-Jährige. Nur eine kleine Narbe zeugt noch von der Operation, die eine
Weltpremiere ist. Möglich wurde sie durch zwei Urologen der Düsseldorfer
Uniklinik. Sie haben die Vorsteherdrüse ihres Patienten mit Hilfe der so
genannten \"Schlüsselloch-Technik\", der Laparoskopie, entfernt und dabei nur
einen einzigen zwei Zentimeter langen Schnitt gemacht. Bislang waren fünf
Zugänge durch die Bauchdecke üblich. \"Die Wunde ist
klein, der Patient hat kaum postoperative Schmerzen, und der Blutverlust ist
minimal\", erklärt Urologe Robert Rabenalt. Bei einem herkömmlichen offenen
Eingriff habe der Blutverlust noch rund einen Liter betragen. Rabenalt leitete
nicht nur die Operation, sondern war auch maßgeblich an der Entwicklung des so
genannten \"Less-Verfahrens\" (Laparo Endoscopic Single Site) beteiligt. Dabei
ersetzt ein einziger Aufsatz vom Durchmesser einer Billardkugel alle weiteren
vier Zugänge, die bisher benötigt wurden: einer, um die Kamera bei der Operation
zu führen, vier weitere waagerecht über die Bauchdecke verteilt, um die Prostata
mit Hilfe langer Stäbe im richtigen Winkel herausschneiden zu
können. \"Single-Port-Instrumente\" Möglich wurde das
neue Verfahren durch spezielle \"Single-Port-Instrumente\". Aufgrund ihrer
gebogenen Form können diese Stäbe nun direkt nebeneinander in die Bauchdecke
eingeführt werden. \"Die Instrumente sind an ihren Enden abgewinkelt\", erklärt
Robert Rabenalt. Auch für die Ärzte erleichtert dieses Verfahren die Operation:
Bei \"Less\" sind nur noch zwei – anstelle von drei Medizinern – im Einsatz. \"Ein
Arzt operiert, der andere hält die Kamera\", sagt Klinikdirektor Peter Albers.
Die Vorgehensweise ist aber identisch: Während die Kamera das Bild auf einen
Monitor überträgt, schneidet der operierende Arzt die Vorsteherdrüse mit kleinen
Scheren an den Stabspitzen heraus. www.rp-online.de |
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