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[05.11.2009]

Drägerwerk AG überrascht mit starker Quartalsbilanz


Atemschutzmasken sind gefragt inmitten der aufflammenden Schweinegrippe-Hysterie. Der Medizintechnikanbieter Drägerwerk profitiert davon. Das Unternehmen präsentiert eine starke Quartalsbilanz und setzt sich höhere Jahresziele.
Anleger sind begeistert von diesen Neuigkeiten. Die Drägerwerk-Aktie schießt rund acht Prozent in die Höhe und thront mit diesem Kursplus an der TecDax-Spitze.

Zwar sind die Analystenreaktionen nicht ganz so überschwänglich, doch die Zuwächse in der Zwischenbilanz sind gerade in diesen Krisenzeiten bemerkenswert. Der Überschuss hat sich von Juli bis September mehr als verdoppelt, auf 3,7 Millionen Euro von zuvor 1,8 Millionen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte im dritten Quartal um ein Fünftel zu auf 13,3 Millionen Euro. Deutlich mehr, als der Markt erwartet hatte. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Betriebsergebnis von zehn Millionen Euro gerechnet.
Der Umsatz legte moderate 2,4 Prozent zu auf 454,4 Millionen Euro. Beide Sparten - Medizintechnik und Sicherheitstechnik – trugen zum Wachstum bei. Der Auftragseingang erhöhte sich in der Berichtsperiode um 8,5 Prozent auf 481,7 Millionen Euro. Dabei lagen die Bestellungen bei Beatmungsgeräten im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich.

Sparprogramm zeigt Wirkung
Der Geschäftsbereich ist also vergleichsweise klein. Daher sind es auch nicht allein die Aufträge zur Bekämpfung der Schweinegrippe, die die Zwischenbilanz von Drägerwerk aufpoliert haben. Vor allem beginnt das kürzlich gestartete Sparprogramm zu wirken. Drägerwerk will die Kosten in diesem Jahr um 50 Millionen Euro senken. Weltweit werden alle Produktionsstandorte auf ihre Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit geprüft.

Bis Ende September hat das Unternehmen aus Lübeck so schon 32 Millionen eingespart. Zugleich fielen 18,3 Millionen Kosten an. Die Aufwendungen dürften im Gesamtjahr auf insgesamt 25 Millionen steigen.

Drägerwerk: \"Talsohle durchschritten\"
Unternehmenschef Stefan Dräger gibt sich auf einer Telefonkonferenz mit Analysten zuversichtlich. \"Wir haben die Talsohle durchschritten\", sagte Dräger. Eine Prognose für das kommende Jahr wollte er für sein Unternehmen zwar nicht geben, er erwartet aber ein Marktwachstum im einstelligen Bereich in beiden Sparten.

Für dieses Jahr verbesserte Dräger den Ausblick. Der Umsatz soll jedoch jetzt nur noch \"geringfügig unter dem Vorjahreswert liegen\". Zuvor hatte Drägerwerk einen Umsatzrückgang von fünf Prozent prognostiziert – ausgehend von den 2008 erlösten 1,925 Milliarden Euro.

Die Lübecker erwarten aufgrund der weltweiten Krise aber weiterhin einen deutlichen Rückgang beim operativen Ergebnis (Ebit). Unter anderem dürfte die Umstellung des Produktmix\' in der Medizinsparte sowie negative Wechselkurse das Ergebnis belasten.

Drägerwerk hochgestuft
Analyst Ludger Mues von Sal. Oppenheim wertete die Zwischenbilanz als \"leicht positiv\". Er verwies auf die Aussagen des Unternehmens, wonach der Tiefpunkt überstanden sein dürfte. Allerdings sollte der Markt nicht von einer V-förmigen Erholung ausgehen, sondern von einem etwas langsameren Aufwärtstrend.

Ähnlich klingt das Urteil von Equinet: \"Obwohl es zu früh ist, von einer erfolgreichen Restrukturierung zu sprechen, finden wir diese ersten Zahlen ermutigend\", schrieben die Analysten in einem Marktkommentar und stuften die Aktien hoch von \"Reduce\" auf \"Accumulate\".
bs


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