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[27.11.2009] Bayer plant Großeinkauf
Nach der Übernahme von Schering war bei Bayer erst einmal
Schluss mit größeren Zukäufen. Nur hie und da schluckte der Pharma- und
Chemiekonzern mal eine kleinere Firma. Jetzt hat Bayer wieder Hunger auf
Großes.
Man könne sich in Zukunft wieder größere Zukäufe
vorstellen, sagte Bayer-Chef Werner Wenning am Donnerstagabend vor Journalisten
in Leverkusen. \"Davor schrecken wir nicht zurück.\" Sollten sich im Markt
sinnvolle Gelegenheiten auftun, werde sich Bayer das anschauen.
Man sieht sich für solche Einkäufe finanziell gut gerüstet. \"Gesunde Finanzstrukturen\" seien sehr wichtig, betonte Wenning. \"Wir machen keine finanziellen Abenteuer.\" Durch die Schering-Übernahme 2006 war die Verschuldung stark gestiegen. Nun soll sie Ende 2009 in Richtung zehn Milliarden Euro gedrückt werden. In den ersten neun Monaten sank sie bereits um ein Viertel auf 10,7 Milliarden Euro. Was das reguläre Geschäft angeht, bemüht sich Wenning um Optimismus. Der Bayer-Chef bekräftigte das Ergebnisziel für das laufende Jahr. Man rechne weiter damit, den Rückgang des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf etwa fünf Prozent zu begrenzen. \"Wobei wir schon wissen, dass das sehr herausfordernd ist\", fügte er hinzu. Doch im dritten Quartal sei die Trendwende geschafft worden. Die Amerikaner müssen mehr konsumieren Insgesamt ist Wenning aber eher vorsichtig. Die Wirtschaft werde derzeit vor allem von staatlichen Konjunkturprogrammen aufgepäppelt. Während Asien und vor allem China substanziell wachsen würden, sei die Entwicklung in den USA und Europa noch schwach. Von einem sich selbst tragenden Aufschwung könne noch nicht gesprochen werden. Dazu müsste der Konsum in den USA erst wieder nachhaltig anspringen. Hat Bayer mit den Arabern gesprochen? Dem Sorgenkind des Konzerns, der Kunststoffsparte, geht es wieder besser. Der Bereich war von der Konjunkturkrise hart getroffen worden. Doch seit April sei bei MaterialScience eine Verbesserung der Nachfrage festzustellen. \"Wir sehen hier einen positiven Trend.\" Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen in diesem Bereich dürfte auch im vierten Quartal über dem Wert des Vorjahresquartals liegen, bekräftigte Wenning. Doch bis die Bayer-Sparte ihre alte Form zurück hat, das wird sicherlich noch drei, vier Jahre dauern, so der Konzernchef. Er ist aber zuversichtlich, das alte Niveau wieder zu erreichen. Schließlich würden die hauseigenen Produkte in verschiedenen Industrien wie beispielsweise Auto, Bau, Möbel und Elektro verwendet, die wieder wachsen dürften. An Gerüchten über ein Interesse des Staatsfonds IPIC aus Abu Dhabi am Kunststoffgeschäft will sich Wenning nicht beteiligen. Der IPIC-Vorsitzende war mit den Worten zitiert worden: \"Bayer MaterialScience ist eines der Unternehmen, mit denen wir gesprochen haben.\" Wenning hält sich bedeckt: \"Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Marktgerüchten.\" bs
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