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[13.02.2010]
Aktienfonds Management: Aktiv schlägt passiv
Deutschlandfonds: Aktiv schlägt
passiv
Den Vergleichsindex zu schlagen, das gelang in den
vergangenen Jahren nur einer Minderheit der \"aktiv gemanagten\" Fonds. Auf Sicht
der vergangenen zwölf Monate hat sich das Bild gewandelt: Bei Fonds mit dem
Anlageschwerpunkt Deutschland ist \"aktiv\" oft besser als \"passiv\".
Verkehrte Welt: In der Rangliste der rund 100 Investmentfonds, die auf den
deutschen Aktienmarkt zielen, findet sich auf Platz 39 der erste
börsengehandelte Indexfonds (ETF), ein iShare, der allerdings nicht auf den Dax,
sondern den DivDax, also einen Sonderindex von Aktien mit hoher
Dividendenrendite, zielt.
Der beste ETF, der den Dax abbildet, rangiert
auf Rang 49 und ist damit nur im Mittelfeld platziert, ein Produkt aus dem
\"ETFLab\". Dessen Jahresperformance von 22,5 Prozent kann mit den ertragreichsten
Fonds in der Kategorie nicht mithalten. 35, 40 oder mehr Prozent sind in diesem
Zeitraum bei Deutschlandfonds keine Seltenheit. Auch gegenüber dem marktbreiten
MSCI Germany, der ein wenig besser als der Dax abgeschnitten hat, gewinnen viele
der aktiven Fonds um Längen.
Know-how
zählt vor allem in der KriseTrotz höherer jährlicher Gebühren haben
es Manager vieler Fondsgesellschaften zuletzt geschafft, den Markt zu schlagen.
Offenbar konnten die Experten in der schwierigen Börsenphase während der Finanz-
und Wirtschaftskrise ihre Möglichkeiten erst so richtig ausspielen. Und
die sind durchaus vielfältig: Einige Manager aktiver Fonds können etwa mit einem
Teil ihres Fondsvermögens \"Kasse machen\", also vorübergehend aus dem Aktienmarkt
aussteigen und Mittel in \"sicheren\" Geldmarkt- oder Anleihenfonds parken. (s.
dazu unsere Übersicht: Fonds für Deutschland)
Den Zyklus reiten, Kursknaller nutzen Vor allem
aber die Einschätzungen zu den vielen Einzelaktien im Portfolio kann in
Fondsperformance umgemünzt werden. Die ureigenste Aufgabe des Fondsmanagers ist
es, unterbewertete Aktien \"billig\" einzukaufen und umgekehrt bei Papieren, die
allzu überbewertet erscheinen, beizeiten die Reißleine zu ziehen. In
konjunkturellen Situationen, in denen Kurse stark von Gewinneinbrüchen gedrückt
und anschließend von Hoffnungen getragen wurden, scheint dies einfacher zu sein,
als zu anderen Zeiten. Finanztitel etwa pendelten in den vergangenen Monaten
extrem zwischen Bangen und Hoffen.
Zyklische Aktien wie die der
Autobranche oder aus den Bereichen Baustoffe und Chemie legten in Vorfreude auf
den erhofften Konjunkturfrühling ebenfalls überdurchschnittlich zu. Eher
\"defensive\" Aktien aus den Sektoren Telekom, Pharma oder Gesundheit gerieten
folgerichtig zu Mauerblümchen auf dem Börsenparkett.
Nicht zuletzt gab
es gerade im Aufwärtstrend der vergangenen Monate einige \"Ausreißer\" im
positiven Sinn. Neben den Banken in Dax und MDax konnten auch einige arg
gebeutelte Werte aus der zweiten und dritten Reihe wie Aixtron und Dialog
Seminconductor aus dem TecDax oder das Medienunternehmen ProSiebenSat.1 aus dem
MDax eine rasante Wiederauferstehung feiern. Wer als Fondsmanager einen von
diesen Titeln übergewichtete, hatte seine Fondperformance automatisch
verbessert.
Substanz entscheidet: Auf lange Sicht
hat der Ehrhardt-Fonds die Nase vorn.
Auch auf lange Sicht bleibt \"aktiv\" eine
Option Womöglich sind auch die Bewertungssysteme und
Trenderkennungshilfen der Fondsmanager in den vergangenen Jahren gereift. Ein
großer Teil von ihnen hat in der von hohen Schwankungen gezeichneten Phase seit
Ende 2008 jedenfalls richtig agiert. Offenbar belebt auch hier die harte
Konkurrenz durch ETFs das Geschäft.
Auch auf längere Sicht sind eine
ganze Reihe von aktiven Fonds im deutschen Markt besser als der Dax oder der
MSCI Germany. Im Fünfjahresvergleich liegt die \"Überperformance\" einiger
Produkte bei zehn bis 20 Prozent. Auf Sicht von zehn Jahren entpuppen sich
einige der wahren Könner unter den Fondsmanagern. (s. Grafik) Wer den Dax
seit Beginn des Jahrtausends trotz jährlicher Verwaltungs- und
Managementgebühren den deutschen Leitindex um 40 oder 50 Prozent abgehängt hat,
versteht offenbar sein Geschäft.
AB
www.tagesschau.de
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